Wünschst du dir manchmal auch mehr Zeit für Kreativität im Alltag? Aber irgendwie kommt da immer etwas dazwischen, andere Dinge sind wichtiger, die Familie will gerade etwas von dir, der Job stresst….Kenne ich!

Für mich hilft da nur eins: Kreativität fest einplanen. Mein Job ist ja schon kreativ, aber ab und an plane ich einen festen Zeitraum ein, den ich  einfach mal wieder nur für mich kreativ nutze, also fast ohne Plan.

Fast ohne Plan sage ich deshalb, weil am 9. Mai meine diesjährige #inmaysketchbook Challenge auf Instagram gestartet ist und ich somit doch ein wenig einen Plan habe, was ich machen will. Aber die Themen habe ich intuitiv gewählt, ohne mir bislang Gedanken darüber zu machen, wie ich sie umsetzen werde. Also wird es auch für mich eine kleine Herausforderung.

Warum ich es sinnvoll findet, ein Skizzenbuch zu führen, kannst du hier nachlesen.

Skizzenbuch

Es ist ja so, dass wir alle mit einer guten Veranlagung zur Kreativität auf die Welt gekommen sind, aber leider haben wir sie über die Zeit hinweg verlernt, ihr nicht mehr genug Aufmerksamkeit geschenkt, oder wir planen uns ganz einfach keine Zeit dafür ein. Manchmal sind wir auch einfach nicht mehr so unbefangen wie Kinder, die „einfach mal machen“. Jedoch können wir alle zu unserer Kreativität zurückfinden, denn sie ist immer noch in jedem von uns vorhanden.

Kreativität im Alltag bedeutet nicht unbedingt, dass wir große Leinwände mit Farbe bemalen müssen, oder uns überhaupt künstlerisch zu betätigen. Wir können uns auch anders kreativ „austoben“. Es geht einfach darum, etwas zu erdenken, zu erschaffen, zu erfinden oder zu gestalten. In welchem Rahmen du das machts, ist dir überlassen. Deshalb möchte ich hier den Begriff Skizzenbuch gern mal erweitern in „Ideenbuch“.

 

 Kreativität steigert das Wohlbefinden

 

Ganz sicher ist jedoch, wer kreativ ist, tut etwas für das Wohlbefinden. „Ein Team um Tamlin Connor von der Universität Otago untersuchte, wie sich die Kreativität auf unser emotionales Wohlbefinden auswirkt. Zu diesem Zweck wurden 658 Personen gebeten, über mehr als 13 Tage hinweg Tagebuch zu führen und Auskunft über Erfahrungen und Stimmungen zu geben.

Die Forscher/innen erkannten – nach Analyse der Tagebücher – ein Muster in der Veränderung der Stimmungslage. So waren die Probanden/innen an den Tagen, die einer kreativen Aktivität folgten, deutlich glücklicher und begeisterter als in den übrigen Tagen – ja sie blühten regelrecht auf. Umgekehrt führten Tage, die von Gefühlen wie Glück, Heiterkeit, positive Erregung und Begeisterung geprägt waren, am darauffolgenden Tag zu keiner gesteigerten Kreativität. Wohl aber konnten positive Gefühle die Kreativität desselben Tages steigern.“ [Quelle: achtungleben.com]

Ich möchte dir heute 5 Tipps mit auf den Weg geben, wie du wieder mehr Kreativität in deinen Alltag einfließen lassen kannst.

1. Plane deine Kreativzeit fest ein

Neulich sagte eine Kursteilnehmerin mir, dass sie den Kurs besser schaffen würde, wenn sie zu einem bestimmten Termin anwesend sein müsste. Meine Kurse sind sehr offen, jede(r) kann im eigenen Tempo arbeiten und muss lediglich innerhalb 3 Monaten fertig werden. Aber sehr häufig finden wir die Ausrede “Dafür habe ich jetzt keine Zeit”. Wenn du dir jedoch für bestimmte Dinge keine Zeit nimmst, wirst du sie auch umsetzen. Daher Plane dir (am besten sogar wirklich im Kalender) eine feste Kreativzeit ein. Nutze diese Zeit für kreative Dinge: Musizieren, Schreiben, Malen, Töpfern… Du kannst auch einen Kreativ-Spaziergang machen. In der Zeit an der frischen Luft kannst du deinen Gedanken freien Lauf lassen. Wenn du mit offenen Augen spazierst, wirst Dingen begegnen, die in dir vielleicht eine neue Idee entzünden.

Calender

2. Schaffe (d)eine Kreativoase

Vielleicht findest du eine Möglichkeit, dir einen kleinen Kreativplatz in deiner Wohnung einzurichten. Der muss nicht unbedingt groß sein, aber mach es dir so richtig schön! Sorge für gutes Licht, dekoriere deinen Platz nett und stelle dir etwas zu trinken bereit. Lagere deine Materialien in unmittelbarer Nähe, so dass du dich hinsetzen und loslegen kannst. Halte diesen Platz so, dass du dich gern dort aufhältst.

Kreativoase

3. Mach mal was anders

Kennst du das? Wir fahren zur Arbeit oder von dort nach Hause und wissen manchmal gar nicht mehr, was auf dem Weg passiert ist. Manche Wege und Taten laufen so automatisiert ab, dass wir nicht mehr darüber nachdenken. Aber wir nehmen die Dinge dann auch nicht mehr wahr, solange nichts Außergewöhnliches passiert. Löse festgefahren Strukturen in deinem Alltag bewusst auf, um wieder Platz für neue Eindrücke zu schaffen. Das kann wirklich ganz einfach sein: Putze die Zähne mal mit der anderen Hand, fahre einmal einen anderen Weg zur Arbeit, beginne oder ende den Tag mal ganz anders, als du es sonst machst. Erkunde unbekannte Plätze (bestimmt gibt es die auch an deinem Ort, wenn du nicht in einem ganz kleinen Dorf wohnst), befasse dich mal mit einem ganz fremden Thema anstatt immer zum gleichen Genre Bücher, Filme etc. zu greifen.

4. Schreib’s auf

Ich gebe es zu, ich bin ein Listen-Liebhaber. Alles, was mir in den Sinn kommt, geht auf eine Liste. Meine Mutter belächelte mich schon als ich Kind war dafür. Aber bereits beim Visualisieren von Gedanken, Ideen, Probleme,  wird die Kreativität gefördert. Bei mir kommt alles in ein Bullet Journal: Wünsche, Ziele und was ich dafür tun muss, um sie zu erreichen. Du wirst feststellen, dass dir beim Schreiben neue Gedanken kommen. Halte auch die auf Papier fest. Du musst sie nicht zwingend ausformulieren, manchmal reicht auch ein Stichwort. Wenn du schreibst, bist du ganz bei dir, du kannst dich auf das fokussieren, was dir gerade durch den Kopf geht, anstatt noch nebenbei irgendwelche anderen Dinge zu erledigen. Probier´s mal aus. 

List

5. Verbinde dich mit anderen

OK, alle Tipps waren bislang für dich allein. Aber manchmal ist eben schöner, mit anderen kreativ zu sein. Da wir uns immer noch nicht in größeren Gruppen dazu treffen können, müssen wir andere (kreative) Wege finden, uns mit anderen zu verbinden. Aber zum Glück gibt es genug virtuelle Chancen dazu. Du kannst Onlinekurse und -treffen besuchen oder bei kreativen Challenges im Internet mitmachen. Wie gesagt, am 9. Mai startet meine wieder auf Instagram. Besuche mein Profil oder schau nach dem Hashtag #inmaysketchbook. Es muss nicht unbedingt kalligrafisch sein, es werden lediglich Themen vorgegeben, die du frei interpretieren kannst.

Wenn ich dich mit diesem Beitrag dazu motiviert habe, wieder mehr Kreativität in dein Leben zu bringen, dann lass mich gern wissen, wie es dir gelungen ist und was für dich Kreativität bedeutet. Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.