Tinte aus Blüten – der Sommer ist perfekt dafür. Seit Jahrtausenden stellen Menschen Tinte aus pflanzlichen und sogar tierischen Stoffen her. Mit ganz einfachen Haushaltsgeräten kannst du dir aus Blüten und wenigen Zutaten Farben zum Schreiben gewinnen.
Tinte aus Blüten bietet eine bunte Vielfalt
Ich habe dir hier mal einen Artikel von Planet Wissen verlinkt, in dem beschreiben wird, dass schon die alten Ägypter vor 5.000 Jahren vor allem schwarze Rußtinte und rote Tinte aus eisenoxidhaltiger Erde verwendeten. Vermutlich war das die erste Tintenart, die von Menschen hergestellt wurde. Etwa 300 v. Chr. wurde von den Römern die stark säurehaltige, schwarzblaue Eisen-Gallus-Tinte erfunden. Diese aus Galläpfeln gewonnene Tinte hat allerdings das beschriebene Papier durch freigesetzte Schwefelsäure mit der Zeit geradezu zerfressen. Zum Glück gibt es heute künstlich hergestellte Tinten, die zwar den Farbton widergeben, aber das Papier nicht beschädigen. Du findest hier z.B. eine in meinem Shop.
Wenn du mir auf Instagram und/oder Facebook folgst, hast du sicher schon mal Fotos von meinen Gärten gesehen – neben der Kalligrafie ist das eine meiner Leidenschaften. Die immense Blüten- und Farbenpracht inspiriert mich zu vielen meiner Kunstexperimenten. Dieses Jahr wollte ich gern mal die Herstellung eigener Tinten aus Blüten ausprobieren.
Angefangen habe ich ganz einfach mit Rosenblättern.
Du brauchst für die Tinte aus Blüten folgendes:
- Zwei Handvoll unbehandelter Rosenblüten
- Mörser mit Stößel
- etwas Wasser
- Tee- oder Kaffeefilter
- Auffangglas
- Gummi Arabicum
- Kleines Schraubglas
Anleitung
Gebe die Blütenblätter nach und nach in den Mörser und zerreibe sie fein. Bei sehr trockenen Blüten kannst du ein wenig Wasser hinzufügen, aber höchstens 2-3 Teelöffel pro Portion.
Wenn die Blüten zu einem Brei zerrieben sind, fülle sie vorsichtig in ein Sieb, das du über dein Auffangglas hängst. Ggf. kannst du auch noch einen Tee- oder Kaffeefilter einlegen, um grobe Pflanzenteile rauszufiltern.
Zum Schluss kannst du die Blütentinte in ein passendes Schraubgefäß umfüllen. Damit die Tinte auf dem Papier haftet, musst du etwas Gummi Arabicum zufügen.
Angeblich kann man die Tinte mit ein paar Tropfen Nelken- oder Lavendelöl haltbarer machen, aber dazu kann ich noch nichts sagen 😉
Und so sieht mein Ergebnis auf Papier aus. Geschrieben mit einer Spitzfeder. Wie du übrigens die richtige Feder für dich findest, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.
Viel Freude beim Nachmachen. Wenn dir der Artikel gefallen hat, verlinke ihn doch gern auf Pinterest und wenn du die Tinte nachmachst, zeige mir gern deine Ergebnisse auf Social Media und tagge mich z.B. auf Instagram und Facebook mit @werktisch.waldkirch.
Danke für die Idee, das werde ich gleich mal ausprobieren!
Toller Blog übrigens!
Liebe Sandra,
vielen Dank für Dein liebes Feedback. Viel Spaß beim Anrühren der Tinte.
Kreative Grüße
Dörthe
Hallo Dörthe, das hört sich sehr interessant an! Ich hätte dafür noch Rose de Resht zu bieten :-)) Wieviel ist “etwas Gummi Arabicum” in etwa? Ein halber Teelöffel? Im letzten Jahr hatte ich Avocadotinte gekocht, die mich ebenfalls sehr begeistert hat (und die im Kühlschrank “ewig” gehalten hat – vielleicht dank der zugefügten Gewürznelken…?) Viele Grüße! Claudia
Rose de Resht riecht dazu bestimmt auch noch sooo gut. Habe die auch im Garten 🙂
Ich denke, wie viel Gummi Arabicum du zufügen musst, hängt von der Flüssigkeitsmenge deiner gewonnenen Tinte ab. Ich brauchte nur ein paar Tropfen. Das musst du mal testen. Du wirst sehen, wie gut die Tinte dann fließt und haftet.
Ganz ohne zu Kochen also, das ist ja eigentlich eine schnelle Sache.
In deinem Shop gibt es dies nicht, verräts du mir, wo ich flüssiges Gummi Arabicum bekommen kann, bisher habe ich vergeblich danach gesucht. Ich besitze es als Pulver, doch dies lässt sich nur schwer anrühren, es klumpt sofort.
Liebe Grüße Ulrike
Liebe Ulrike
Ich kaufe das immer im Künstlerbedarf, Boesner oder Gerstäcker.
Liebe Ulrike, wie Max schon sagte: Künstlerbedarf. Ich habe meins schon so lange, dass ich es gar nicht mehr so genau weiss. Ich benutze das flüssige, das es in Flaschen gibt.
Das ist eine Superidee – ich werde es versuchen und wenns gelingt posten und natürlich verlinken! Und – wieviel Gummi arabicum (ungefähr???) danke!
Liebe Evelyne, das hängt von der Menge deiner Tinte ab. Ein paar Tropfen sollten genügen. Das musst du ein wenig ausprobieren.